be your own PET

Herrlich, wie befreiend laute Musik manchmal sein kann. Wie sehr man sich von dem mitreißen lassen kann, was andere auf knappe 40 Minuten runterdiktieren. Wie sehr man sich auf ein Konzert freuen kann, obwohl man weiß, dass die erste Reihe mit Gewissheit von 16-Jährigen gefüllt sein wird. Generation MySpace, aber das kann so egal sein, wenn man Platten wie die von be your own PET vor sich hat. Diese kleinen biestigen Dinger, die einen packen und kräftig durchschütteln. Wie bei der ersten Yeah Yeah Yeahs-EP vor knapp vier Jahren. Als Punk so völlig am Code vorbei wieder populär wurde und man sich bereitwillig vom schubsenden Mob herumreichen ließ. Be your own PET sind eine dieser Bands, die sich an die ganz kniffligen Dinger trauen: die Zweiminüter! Da muss der Song funktionieren, und die schnell angestaute Energie darf nicht nur verpuffen! Pardon, Einminüter gehen übrigens auch, hervorragend umgesetzt in der Promo-Single »Let´s Get Sandy (Big Problem)«. Höhepunkt so far war die Äußerung eines Freundes vor einigen Tagen: »Die klingen ja so, wie Pretty Girls Make Graves eigentlich klingen sollten!«

    Aus Nashville, Tennessee kommen also diese fünf wunderbar durchgeknallten Menschen, die wieder alles auf den Kopf stellen und neu machen sollen. Und, nein, auf »be your own PET« wird natürlich nicht alles neu gemacht. Aber auf den Punkt gebracht. Und sei es nur durch »Love Your Shotgun«, das ab sofort bitte in jedem Case jeder Indie-Disse dieses Landes sein sollte. Denn so sympathische Brüche zwischen Metal-Rock und Punk findet man selten.

    Hochstapelei ist bei solch jungen Menschen okay! Auch und vor allem, weil »be your own PET« das musikalische Gewitter ist, das man sich als »Independent Motherfucker« seit langem gewünscht hat!

LABEL: XL Recordings

VERTRIEB: Beggars Group / Indigo

VÖ: 24.03.2006

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