Bass: Boat Noodles

Forsaken: Boat NoodlesWunderbar war dieses Jahr. Dubstep brachte immer und immer wieder Explosionen im Himmel. Dub wurde wild kompiliert, re-issuet und geplündert. Freund Bass und Freundin Subbass: in allen Playern, aus allen Boxen. Neben den orthodoxen Dubstep-Rave-Sounds mit ihrem magischen Realismus rult meinen Sound zur Zeit DGF oder: Das Ganz Fantastische. Das Kinematische reitet die Unterfrequenz. Ein Beispiel dafür ist »Boat Noodles« von Forsaken. Der Producer aus Bristol erfindet den Gamelan IDM Half Steppa mit House-Anmutung in einem jazzy Style. Alle Genre-Referenzen also gehen ein in die Deepness. Dazu ist das Stück von einer Kein-Anfang-und-kein-Ende-Dramaturgie gezeichnet. Wichtig und vor allem: sommersprossig gut gelaunt.

 

 

Forsaken – Boat Noodles
Label: Punch Drunk| Vertrieb: Import | VÖ: 12/ 2007

 

Ital Tek: Deep PoolsDavor oder danach kommt ein durch die Weite schwebender Gleiter immer gut, wie zum Beispiel  »Deep Pools« von Ital Tek. E-Gitarren-Synthies treten hier als warmer Regen auf und der Bass, ja der ist ein Ruhekissen. Alan Myson aus Brighton ist zur Zeit schwer aktiv, und wie ein Anti-Pool kommt sein aktuelles Release für Planet Mu daher:  »Blood Line« lässt die Bässe knarzen. Zangenschippselsounds fletschen dabei die Zähne.

Ital Tek – Deep Pools
Label: Square Records
| Vertrieb: Import | VÖ: 12/ 2007

Ital Tek – Blood Line
Label: Planet Mu / Neuton | Vertrieb: NTT | VÖ: 12/ 2007

 

Martyn: VelvetAuch Martijn Deykers aus Eindhoven hat unter seinem Pseudonym Martyn einen zerklüftet schönen Track gebaut. »Twenty Four« ist die B-Seite seiner 12 Inch namens »Velvet« und macht sich ein Spiel aus  dem Ineinandergreifen verschiedenartigster  Oberflächenstrukturen einzelner Spuren. Wie ein  Räderwerk, rollend!  Die dafür notwendige Präzision hat  sich Martyn längst erarbeitet: Seit Mitte der Neunziger Jahre bereits zählt er zu den Fixsternen im Drum'n'Bass Kontinentaleuropas.

Martyn – Velvet/ Twenty Four
Label: 3024 | Vertrieb: Import| VÖ: 12/ 2007

 

MLZ: Dark DaysIm Techno erlebt die Ästhetik des freien Falls eine ungeahnte Renaissance. Modern Love aus Manchester gehört zu den Labels der letzten Monate, und nicht umsonst erinnert das S/W-Kopierlook-Logo an Hard Wax und Basic Channel. Jetzt veröffentlicht Miles Whittaker dort als MLZ eine wahre Bass-Spirale. »M-Brane« ist ein entfesseltes Geben und Nehmen von 4-to-the-floor-Bassdrum und Wolken-Sounds wie direkt aus dem Berliner Dubtechno-Himmel. Auch das Titelstück der »Dark Days«-EP perkussiert so dahin.

 MLZ – Dark Days/ M-Brane
Label: Modern Love| Vertrieb: Import| VÖ: 12/ 2007

 

CV313: Deep SpaceZu »Deep Space« muss ich in diesem Kontext dann auch nicht viel mehr sagen: Auch der besser als Deep Chord bekannte CV313 liefert mit diesem Track einen Rave-Track mit nicht ganz so linearem Zeitverständnis ab und konzentriert sich auf alles, was gut ist: Die Drums, der Bass.

CV313 – Deep Space
Label: Fortune8| Vertrieb: Import| VÖ: 12/ 2007

 

Substance & Vainqueur: EmergeMit der Chain Reaction-Gang der ersten Stunde zu schließen gebührt sich deshalb auch heute. »Emerge« hieß 1995 der erste Track auf Chain Reaction. Jetzt re-releasen Substance & Vainqueur aka Peter Kuschnereit und René Löwe diesen Track auf ihrem eigenen Label Scion Versions, und wie schon vor zwölf Jahren erscheint er in drei unterschiedlichen Aggregatzuständen. »Emerge 2« lautet das Original und bietet gut abstrahiertes Maschinenjogging, während  »Emerge 1« als Peaktime Raver daherkommt. Liitle, fluffy und cloudy schließlich, und so liebe ich das: »Emerge 0«, krass gefiltert, weichgezeichnet und von allen Bitterstoffen befreit. 

Substance & Vainqueur – Emerge
Label: Scion Versions| Vertrieb: Hardwax| VÖ: 12/ 2007

 

 

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