Avalon Emerson

FOTO: J. Astra Brinkmann

Avalon Emerson aus San Francisco nennt sich selbst eine »Produzentin von Techno & Code«. Mit »Pressure« / »Quoi!« hat sie endlich ihre erste 12″ vorgelegt – ein äußerst nuancenreiches Rave-Erlebnis mit begleitendem Programmierwerk.

In einem Interview mit No Fear of Pop, erzählt Emerson, dass sie bereits in der Schule alle Aufnahmen ihrer Musikerfreunde produzierte und abmischte. Mit 20, als sie noch gar nicht legal in Clubs gehen, geschweige denn dort auflegen darf, begann sie Warehouse-Parties mitzuorganisieren und die musikalische Leitung zu übernehmen: »Es war mir nicht bewusst, aber ich erkannte bald, dass diese nächtelangen privaten Warehouse-Parties zu spielen, tatsächlich viel mehr Spaß machte, als zu versuchen, den richtigen Vibe in ein 50-minütiges Set zwischen zwei lokalen Electro-Partyboys zu stopfen, oder für apathische Indie-Bros aufzuwärmen, die anschließend ein schrottiges Serato-Set zusammenwürfeln würden.«

Es ist wahrlich keine Plattitüde, festzustellen, dass sich das Warehouse zum identitären Kern von Emersons Musik geworden ist. Seit 2012 lud sie beinahe monatlich ein neue, immer besser werdende Eigenproduktion auf ihre Soundcloud-Seite. »Church of Soma« oder »Zsa« boten sehr frei arrangierten, variablen House, der gerne mit einer psychedelisch-tribalistischen Note und Kleinst-Vocal-Sampel-Schnipseln aufwartete, sich aber auch zurückzunehmen wusste. Immer wieder mischten sich auch Big-Beat-, Dub- und Techno-Farben in das Gemenge. Mit »Pressure« und »Quoi«, die letzte Woche bei der lange verbundenen Label-Crew von ICEE HOT erschienen, präsentiert Emerson nur ihre ziemlich zwingende wie frische Vorstellung gegenwärtiger Rave-Musik.

Sehenswert ist die interaktive Videoinstallation, die sie gemeinsam mit dem 3-D-Künstler Cabbibo gestaltet hat und die unter quoi.avalonemerson.com zu begehen ist. (Wessen Rechner die technischen Voraussetzungen dafür nicht erfüllt, kann sich nachfolgend ein Standardvideo der Visualisierung ansehen.) Die B-Seite der Single bietet zwei »Quoi!«-Mixe der Tuff City Kids. Demnächst soll eine weitere 12″ auf Spring Theory folgen, genug Material für ein ganzes Album liegt ebenfalls bereits vor.

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