SPEX N°341 — das Darknet

SPEX N°341, die November / Dezember-Ausgabe 2012, – inklusive der SPEX-CD N°105 mit 13 Titeln – ist ab Freitag, dem 12. Oktober 2012, im Zeitschriftenhandel erhältlich. Das einleitende Editorial findet sich online auch hier, die aktuellen Aboprämieren hier. Weitere Informationen, Ergänzungen sowie ausgewählte Texte folgen in Kürze auf spex.de.

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SPEX N°341
Titelzeichnung — Robert Longo
Untitled (Ulysses), 2009
Kohle auf Papier / 203,2 x 177,8 cm
(c) Robert Longo & Metro Pictures, New York

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TITEL: Drogen, Waffen, Revolution: das Darknet

spex-341-darknetInto the Deep Wide Open —
unterwegs im Darknet

Text — Michael Seemann
Zeichnungen — Robert Longo

Heute schon gesurft? Facebook, Google, Spotify? Wenn wir vom Internet reden, meinen die meisten von uns eine von Konzernen gesteuerte, werbeoptimierte Welt der benutzerfreundlichen Oberflächen. Ganz anders das sogenannte Darknet: Eine Ansammlung nicht googel­- oder zensierbarer Netzwerke, in denen Drogenhandel, Prostitu­tion und Waffengeschäfte florieren, die aber auch eine entscheidende Rolle bei der Organisation des Widerstandes im Arabischen Frühling spielten. Michael Seemann hat sich für SPEX auf eine virtuelle Reise in eine fremde und seltsame Welt begeben.

Deep Web und Darknet — technologische Details im Überblick

Stephan Urbach. Facebook kann ich nicht bedienen
Text — Torsten Groß
Fotos — Christian Werner

Der Computeraktivist Stephan Urbach über Darknets, seine Arbeit im Arabischen Frühling, moderne Nerds und Zensur im Internet.

Entscheidend ist auf dem Platz
Text — Christoh Erhardt

Der FAZ-Redakteur Christoph Ehrhardt berichtete während des arabischen Frühling aus Ägypten. Für SPEX erinnert er sich an jene Tage, als Mubarak das Internet abstellen ließ.

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MUSIK

spex-341-anythin_-but-a-q-thangAnythin' But A ›Q‹ Thang
Text — Jan Wehn & Thomas Vorreyer
Fotos — Amos Fricke & Eva Tuerbl

Nie zuvor standen sexuelle Identitäten und Orientierungen im HipHop derart im Fokus wie 2012. Erst outete sich Azealia Banks, dann folgte, weniger eindeutig, aber umso schlagzeilenträchtiger, Frank Ocean – die Suche nach schwulem HipHop begann. Ihr vorläufiges Ende fand sie im New Yorker Underground, wo sich faszinierende Künstler wie Mykki Blanco oder Zebra Katz über den plötzlichen »Queer-­Rap«­-Hype jedoch nur bedingt freuen können. Die erneute Diskriminierung wird ihrer Musik nämlich nicht gerecht.

spex-341-vorspiel-holger-hillerVorspiel für Holger Hiller. »Reingeworfen wie ein Knochen ohne Hund«
Interview & Musikauswahl — Christina Mohr & Arno Raffeiner
Fotos — Claudia Rorarius

Holger Hiller war und ist Sänger von Palais Schaumburg. Nach einer längeren Auszeit spielt er mit der legendären New-Wave-Band wieder live und erweist sich nach wie vor als äußerst origineller Pop-Denker. Mit SPEX sprach Hiller über Suicides Zeppelin der Ohnmacht, über James Brown als Konzeptkünstler und über den Selbstversicherungs-Flow im deutschen Rap.

Diplo. »Mit Justin Bieber hätte ich auch eine Country-Platte gemacht«
Interview — Thomas Vorreyer
Fotos — Claudia Rorarius

Von Azealia Banks bis Justin Bieber: Der unter dem Moniker Diplo agierende Thomas Wesley Pentz ist überall. Während er in Las Vegas in die Riege der DJ-Großverdiener aufgestiegen ist, produziert er auf Jamaika die Reggae-Wiedergeburt von Snoop Dogg als Snoop Lion sowie – neuerdings ohne Switch – ein zweites Major-Lazer-Album. Quasi nebenbei entdeckt Diplo den queeren Sissy Bounce aus New Orleans als Inspiration und beginnt zu rappen. Als ob es nicht schon genug Kontroversen um seine Arbeit gäbe!

Matmos. Syntonie der Seelen
Text — Arno Raffeiner
Fotos — Eva Tuerbl

M. C. Schmidt und Drew Daniel sind begnadete Sampling-Künstler. Und große Konzeptscharlatane. In der elektronischen Musik gehen handfeste Inhalte selten so locker und überzeugend mit Humor zusammen wie bei ihrem Projekt Matmos. An Halloween 2012 feiern Schmidt und Daniel ihren 20. Jahrestag als Produzentenduo und Liebespaar – mit einem neuen Werkzyklus zum Thema Telepathie.

Mumford & Sons. Und nichts als die Wahrheit
Text — Florian Obkircher
Fotos — James Minchin III

Mumford & Sons wollen die Welt nicht verändern. Sie wollen ihr auch nichts vorgaukeln, sondern einfach Musik machen. Und das tun sie mit übermäßigem Erfolg. Sänger und Songschreiber Marcus Mumford über Ehrlichkeit, christliche Werte und eine Einladung ins Weiße Haus.

The Schwarzenbach. Spritzbesteckblues
Text — Thomas Hübener
Foto — Claudia Rorarius

Der Suhrkamp-Autor und Vielschreiber Dietmar Dath injiziert dem Kammerflimmer Kollektief eine Prise Rock’n’Roll und singt dabei wie einer, der nach Bowie klingt, wenn dieser wiederum nach Lou Reed klingen möchte. Noch Fragen?

Paul Banks. »Als Künstler liebt man ja nur sich«
Interview — Nora Gantenbrink
Fotos — Antonina Gern

Er sitzt auf einer großen Couch, trägt eine schwarze Adidasjacke und sieht älter aus als 34. Aber mein Gott. Es ist früh. Gestern war es spät. Und auch das verfluchte Rockerleben hinterlässt Spuren. Der Interpol-Sänger Paul Banks ist gekommen, um über sein neues Soloalbum zu sprechen, Banks.

Tyson. Disco-Pilot
Text — Tobi Müller
Fotos — Norman Konrad

Falsett-Diva Tyson aus West London ist 27 und holt die großen Gefühle und den Schmerz auf den Dancefloor zurück. Mit den Mitteln der Italo Disco.

spex-341-zucker-trummerZucker & Trümmer
Der neue Simplizismus
Text — Torsten Groß
Fotos — David Fischer

Bob Dylan
Max Dax über das neue Album Tempest
Foto — Martin Bilinovac

Saint Lou Lou. Familientradition verpflichtet
Text — Tim Caspar Boehme
Foto — Benjamin Vnuk

Dunkle Sounds und süße Popmelodien: Saint Lou Lou verfahren ganz im Stile einer anderen grand dame des nostalgischen Collagensounds der Jetztzeit. Wohl auch, weil der Papa der Zwillinge dabei ein Wörtchen mitzureden hat.

Thomas Azier. Antrieb: Isolation
Text — Jan Wehn
Foto — Jonas Lindström

METZ. Splitter fliegen, Staub wirbelt auf
Text — Hendrik Otremba
Foto — Colin Medley

Kolumne: DISSIDENTEN! »Be realistic – demand the impossible«
Abbie Hoffman und die Yippies

Text — Tino Hanekamp

Liebesdrogen, Riots und auf der Stirn ein großes FUCK: Wie ein hyperaktiver Freiheits­kämpfer die Revolution erzwingen wollte, die Hippies auf die Straßen trieb und mit Humor, Subversion und absurdem Theater Genera­tionen von Aktivisten inspirierte. Ein Rückblick im Sprint.

Glosse: Medienwelten. Social Media
Text — Johnny Haeusler
Illustration — Daavid Mörtl

Social Media ist der Bau­sparvertrag unter den Online­-Diensten: Alle lachen und meckern drüber, keiner will etwas damit zu tun haben, aber schließlich macht dann doch jeder mit.

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REPORTAGE

spex-341-mexikoViva Mexico, hijos de la Chingada!
Text — Tino Hanekamp
Fotos — David Fischer & Francisco Mata Rosas

Jedes Kind kennt die Geschichten aus der mexikanischen Hölle. Wir wissen, dass direkt hinter der Grenze zu den USA ein unerbittlicher Drogenkrieg um die Vorherrschaft in einer Multi-Milliarden-Dollar-Industrie tobt, die die Versorgung der westlichen Industrienationen mit illegalen Drogen gewährleistet. Trotzdem hinterlässt uns das Drama relativ unbeteiligt. Weil wir keine Antworten und keine Erklärungen parat haben für diesen Wahnsinn. Wie aber lebt die normale mexikanische Bevölkerung mit Tod und Leid? Tino Hanekamp bereiste für SPEX all jene Orte, die für Touristen normalerweise tabu sind.

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FILM

spex-341-miss-balaMiss Bala. Kriegerin der Ohnmacht
Text — Barbara Schweizerhof
Bilder — 2012 Twentieth Century Fox

Eine Schönheitskönigin gerät in Geiselhaft – und mit ihr ein ganzes Land. Miss Bala, der im Oktober anlaufende Film des mexikanischen Regisseurs Gerardo Naranjo, setzt auf eine so schlichte wie starke Metapher. Naranjo zeigt einen Drogenfilm ohne Drogen und ein Mexiko, wie es unsere kollektive Fantasie bisher nicht kannte.

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LITERATUR

VOM ENDE AMERIKAS. Clint vs. Clinton: ein Wimmern und ein Knall
Text — Steven Lee Beeber
Übersetzung — Jacqueline Krause-Blouin

Wenn Mitt Romney am 6. November den Amtsinhaber Barack Obama herausfordert, steht auch das Gesellschaftsmodell der USA auf dem Prüfstand. Inspiriert von John Jeremiah Sullivans USA-Studie Pulphead wirft der Autor Steven Lee Beeber einen spöttisch-hilflosen Blick auf amerikanische Absurditäten und Eigenheiten.

Material zu einer Genealogie des totalitären Liberalismus
Johann Holtrop von Rainald Goetz

Text — Cord Riechelmann
Bild — Ivo Hofste

Wohl keine andere deutsche Buchveröffentlichung dieses Herbstes hat im Vorfeld so viele Schlagzeilen generiert wie Johann Holtrop, der neue Roman von Rainald Goetz. Cord Riechelmann erkennt im Holtrop das erste antiromantische Werk des Autors.

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KUNST

Na, dann gute Nacht! Schwarze Romantik im Städl Museum
Text — Thomas Hübener
Bilder — Verlag Hatje Cantz

Im Frankfurter Städel läuft derzeit eine Ausstellung der Superlative. Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst widmet sich erstmals in Deutschland ausschließlich den düsteren Aspekten romantischen Weltempfindens. Der Betrachtungszeitraum reicht von der Romantik bis zu Surrealismus und Stummfilm, die Mitwirkenden heißen Leidenschaft, Tod, Albtraum, Morbidezza, Groteske und Femme fatale.

The Great Mistake. Scheitern mit Stil — N°2: Jop van Bennekom
Text — Andreas Wesle
Bilder — Fantastic Man & The Gentlewoman

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MODE

spex-341-penny-martinPenny Martin »Ich sehe es gern, wenn Frauen keine G-Strings anziehen«
Interview — Anne Waak
Fotos — Kim Jakobsen

Die New York Times wählte sie soeben auf ihre Liste der Personen, die Mode und die Art und Weise, wie wir sie sehen, verändert haben: Penny Martin ist Chefredakteurin von The Gentlewoman, dem Modemagazin für die denkende Frau. Seit ihrer Erstausgabe im Frühjahr 2010 ist die halb-jährlich in London erscheinende Zeitschrift zu einer festen und gefeierten Größe geworden. The gentle Penny Martin selbst ist ebenso: eine äußerst charmante, offene und theoretisch versierte Gesprächspartnerin, die bisweilen auf Fragen antwortet, bevor sie ganz gestellt sind.

Modestrecke
Produktion & Styling — Alexandra Dietl www.alexandradietl.de, www.fame-agency.com
Fotografie — Agnieszka Doroszewicz www.doroszewicz.com, www.severinwendeler.com
Hair & Make-up — Sigi Kumpfmüller (by sebastian professional) www.fame-agency.com
Model — Alexa & Jasper www.miha-modelmanagement.com

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KRITIKEN

Album der Ausgabe: Hans Unstern The Great Hans Unstern Swindle

30 Jahre Inventionen VII 1982-2012, Bat For Lashes, Bill Dixon, Bob Mould, Burnt Sugar, Classless Kulla & Istari Lasterfahrer, Corin Tucker Band, Country Soul Sisters, Daphni, Deerhoof, Die Orsons, Efterklang, Falty DL, Fraktus, Greifer, Gudrun Gut, Hans Unstern, Hot Chip, Ictus Ensemble & Mike Patton, Jacob Korn, Jason Lytle, King Krule, Kreidler, Kumbia Queers, Malakoff Kowalski, Maria Minerva, Massiv, Moon Duo, Morning Factory, Peter Broderick, Peter Cusack, Prince Rama, Prins Thomas, Sonnymoon, Sylvain Chauveau & Stephan Mathieu, Tame Impala, Terrence Dixon, The Avett Brothers, The Jon Spencer Blues Explosion, The Killers, The Mountain Goats, Todd Terje, Why?, Xavas, Zeitkratzer

WERKE —  Willkürlich und anlassfrei zusammengestellt von DIEDRICH DIEDERICHSEN, 
DIRECT CUTS —  Clubmusik mit HOLGER KLEIN
GEGENWARTSKUNDE — Popwelt mit KLAUS WALTER
ODY SHAPE —  Selten gehörte Musik mit JOACHIM ODY
PUNCH ZEILEN — Rap mit MARCUS STAIGER

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SPEX-CD N°105
Zusammenstellung  —  Jan Wehn
Bild — Eva Tuerbl
(Cover in hoher Auflösung)

spex-cd-105

1. P E T E R
B R O D E R I C K
»I've Tried«

2. G U D R U N  G U T
»Little Nothing«

3. T H E
S C H W A R Z E N B A C H
»Therapeutikon«

4. H A N S  U N S T E R N
»Mit schwarzen Lippen
sitzen wir hinten«

5. Z U C K E R
»Trümmerfrauen«

6. F R A K T U S
»Affe Sucht Liebe«

7. T R Ü M M E R
»Macht«

8. M E T Z
»Headache«

9. K R E I D L E R
»Cascade«

10. D E E R H O O F
»We Do Parties«

11. J A S O N  L Y T L E
»Your Final Setting Sun«

12. T H O M A S  A Z I E R
»Fire Arrow« Radio Edit

13. M Y K K I  B L A N C O  &
B R E N M A R
»Wavvy«

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PERSPEKTIVE

spex-341-autoDer Sound der Zukunft
Text — Christoph Braun
Illustrationen — Carr Magazine

Das Auto der Zukunft fährt vermutlich elektronisch, wodurch sich folgendes Problem ergibt: Eigentlich machen Elektromotoren kaum Geräusche. Das müssen sie aber, wenn sie die Mobilität erobern möchten. Denn Autos klingen nun mal. Weil wir das wollen und weil sie sonst keiner hören kann. So entstehen synthetisierte Sound-Signaturen: erste Bruchstücke einer Zukunft, die noch stark an der Vergangenheit haftet. Ein Besuch in den Klanglabors, in denen über den Sound der Straßen von morgen entschieden wird.

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SPEX PRÄSENTIERT…

— Alle aktuellen Termine finden sich rechts in der Seitenleiste — 

RÜCKBLENDE

MELTDOWN FESTIVAL 2012
Text — Emy Neu
Foto — Katherine Anne Rose

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NICHT KOMPLETT OHNE…

Editorial
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Impressum
SPEX vor 28 Jahren — Rainald Goetz

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