Spex #316: Miss Grace Jones

Spex #316 (Titel Pop-Up). Die September/Oktober-Ausgabe ab dem 22. August 2008 am Kiosk. Weitere Informationen, Ergänzungen sowie ausgewählte Texte aus der kommenden Ausgabe in Kürze auf spex.de und im Editorial.

Übrigens: Bei Abschluss eines Spex-Abonnements bis zum Erscheinen der nächsten Spex, Ausgabe #317, am 24. Oktober vergeben wir das Spex-Buch »Contemporary Album Cover Design« als Aboprämie, solange der Vorrat reicht.

MUSIK

AnnieTeaser
FOTO: © 2008 Dean Chalkley / SPEX

Annie
Drei Jahre nach dem riesigen Hype um ihr Debütalbum ist Annie aus Norwegen wieder da und will diesmal aber richtig aufs Goldtreppchen. »Don’t Stop« heißt ihr neues, von großen Namen produziertes Album. Zwar verhebt sie sich etwas an dem Vorhaben, auch mal Tränen, Tragik und Balladeskes reinzubringen. Doch wenn sie auf das vertraut, was sie kann, ist sie gut: Plastik-Pop, naiv, leidenschaftlich, geradeaus.

HiphopTeaser
FOTO: © 2008 Christoph Voy / SPEX

»… And You Don’t Stop«: Neue Hoffnung Hiphop – mit Afrikan Boy, The Cool Kids, Dan Le Sac vs. Scroobius Pip, Nas, Roots Manuva, Spank Rock, Tittsworth & Yo Majesty
Die Durststrecke schien endlos, doch im englischsprachigen Hiphop gibt es wieder Zuversicht. Ein cooler Mainstream feiert Erfolge ohne Gangsta-Klischees – zum Beispiel Nas. Ein Underground, der nicht nur so heißt, weil er weniger verkauft, speist neue Sounds ins System ein und wendet die Prinzipien des Rap auch auf Lebenswelten an, die bislang als nicht genretauglich galten. Hipster-Rap, ›Keeping it real‹, neue Tanzschule: Spex nimmt die aktuellen Veröffentlichungen von Acts wie The Cool Kids, Yo Majesty und Roots Manuva sowie die MySpace-Tracks des Grime-Youngsters Afrikan Boy zum Anlass, den Stand im Lande Hiphop zu reflektieren – und die MCs in einem elfseitigen Special zu porträtieren.

Kitty, Daisy & Lewis
Vorwärts in die Vergangenheit: Der neueste Auswuchs der Londoner Underage-Szene katapultiert sich zurück in die fünfziger Jahre, spielt Blues und Swing und trinkt dazu Coca-Cola on the rocks. Drei Geschwister, die von ihren Eltern gemanagt werden, auf der Suche nach der verlorenen Zeit.

Lykke Li
Normale Dramen, egozentrisch verpackt: Lykke Li, Tochter aus gutem schwedischen Hippiehause, empfiehlt sich mit ihrem Debütalbum »Youth Novels« als neueste Pop-Prinzessin. Und als Spielerin mit Reaktionen.

Pivot
Schreien, stöhnen, die Apokalypse herbeijammen: Pivot, drei junge Herren aus Australien, splattern sich auf ihrem Debütalbum »O Soundtrack My Heart« mit Ehrgeiz und Schwarmintelligenz durch Gummi boote und Songstrukturen.

Rex The Dog
Superhund spielt Niedlich-Techno, Comicfassade kaschiert Schüchternheit: Rex The Dog aus London belebt auf seinem Album »The Rex The Dog Show« mit Vintage-Synthesizern und schlauen Rave-Verweisen eine klassische Popstrategie.

Vorspiel für Calexico
Mit Geigen und Trompeten setzen Calexico auf ihrem neuen Album »Carried To Dust« neue Songs neben alte Klischees: Keine amerikanische Band bedient derzeit so virtuos und verspielt das Bild des Mariachi-Rock wie die Bigband aus Tucson, Arizona. Die Zeit ist reif, Sänger Joey Burns und Drummer John Convertino, beide seit Giant-Sand-Tagen musikalisch miteinander verbunden, mit einer Handauswahl von US-Topoi und -Stimmen zu konfrontieren. Und es zeigt sich: Calexico stehen mit beiden Beinen fest in der Tradition nordamerikanischer Autorenmusiken, wichtig sind ihnen der weiße Gospel, der Train Song und am Horizont der Ozean.

Spex-Gespräch: Sparks
»Hitler spielt Klavier bei Top Of The Pops!« – so durchfuhr es viele Briten, als sie die Sparks 1974 in der populären BBC-Musikshow sahen. Ron Mael griff mit stoischem Buster-Keaton-Blick über seinem Chaplin-Schnurrbart in die Tasten. Sein Bruder Russell sprang dazu mit Joan-Collins-Frisur und Anzug umher. Das Stück, das Punk vorwegnahm, hieß »This Town Ain’t Big Enough For Both Of Us« und erreichte Platz zwei der UK-Charts. Seitdem haben sich die beiden anglophilen Amerikaner stets neu erfunden. Nach Glam-Operetten, Electro-Disco und Flirts mit Dance sind sie auf ihrem neuen, 21. Sparks-Album »Exotic Creatures Of The Deep« nun bei verpoppter Minimal Music angekommen. Das neue Werk der heute um die 60-jährigen beiden Herren besticht durch sprachlichen Witz, überkandidelte vokale Multitrack-Effekte und die treibende Dynamik repetitiver Strukturen. Dabei wird Pop für keine Sekunde verlassen.

DIE GROSSEN GESCHICHTEN

Spex316Teaser
GESTALTUNG: © 2008 Mario Koell / SPEX | STILL: : © 2008 Grace Jones / Wall Of Sound / Pias

Grace Jones
Der kantigste Star der Achtziger ist zurück: Grace Jones, Inkarnation des Schulterpolsters, der Brikettfrisur und des gelebten Exzesses, Muse von Andy Warhol und Keith Haring, hat nach den neunzehn Jahren, in denen sie durch B-Movies tingelte und nur ab und zu im privaten Rahmen auftrat, wieder Lust auf den großen Vorhang. »Hurricane« heißt das neue, zehnte Album der mittlerweile sechzigjährigen Diva, die sich durch sublime Beherrschung der Disziplinen Gesang, Modeling, Performance, Bodybuilding und Genderbending längst zum lebenden Gesamtkunstwerk stilisiert hat. »Hurricane« knüpft nahtlos an ihre größten Erfolge an – wie »Nightclubbing« und »Slave To The Rhythm«. Anlass für Spex, nicht nur Jones selbst zu interviewen, sondern auch wichtige Beobachter und Wegbegleiter zur Sprache kommen zu lassen.

Kunstsprache #7
Scooter-Frontmann H.P. Baxxter und der Kölner Schriftsteller und Musiker PeterLicht geben Auskunft über ihre Strategien zur Textproduktion.

DigitaleEvolutionTeaser
FOTO: © 2008 Oliver Schultz-Berndt / SPEX

Digitale Evolution #4
Interviews mit Thomas Ruff, Christoph Hochhäusler und Wolfgang Voigt zum leben und arbeiten im digitalen Alltag.

Stadtgeschichte: Caracas

Aufgemotzt mit Cumbia: »So muss sich Havanna Anfang der Sechziger oder Chile Anfang der Siebziger angefühlt haben«. Christoph Twickel berichtet aus der aufregenden Hauptstadt der ›Bolivarischen Republik Venezuela‹

ModestreckeTeaser
FOTO: © 2008 Christoph Voy / SPEX

Modestrecke
Tage, wenn sie scheinbar uns entgleiten

Mode-Interview: Hell
Es sieht einfach viel geiler aus: Gigolo-Chef Helmut Geier berichtet Max Dax von seinem komfortablen Zweitleben als Fashion-DJ und von dem Slip, den er Donatella Versace schenkte

FILM

God Is A Code!
»Babylon A.D.« und »Wanted«

Napoli: Der Müll, die Stadt, der Tod
»Gomorrha«

Scharfe Zungen, dunkle Dekors

Klaus Theweleit über Jean-Luc Godard und Film noir

Bilder, die die Welt bewegten

Bruce Webers »Let’s Get Lost«

BÜCHER

RainaldGoetzTeaser
ILLUSTRATION: © 2008 Patrick Klose / SPEX

Zur »Klage« der Nation
Rainald Goetz

Vanity Fair als seismographische Registraturmaschine der auf ihn einfließenden medialen, politischen und kulturellen Reiz ströme: Seine vor zehn Jahren mit dem Prototyp des literarischen Blogs, »Abfall für alle«, erlangte Reputation als Chronist des bundesrepublikanischen Lebens hat Rainald Goetz in siebzehn Monaten mit dem elektronischen Diarium »Klage« untermauert. Weshalb sein Reflexionstagebuch so wichtig ist und welche widerstreitenden Kräfte die Goetz’sche Textproduktion befeuern, erklärt Thomas Hübener anlässlich der Buchveröffentlichung.

Kein Begriff fällt vom Himmel
»Wörterbuch des Krieges«

Im Bett mit der heiligen Therese
Thomas Meineckes »Jungfrau«

KUNST

Die Stille nach dem Crash
Dirk Skreber

Im schönen Nichts ist alles egal
Invasion der Dreiecke

Die Dame des Hauses am Rande der Paranoia
Peter Roehr

KOLUMNEN & RUBRIKEN

Bildschirmleuchten (DVD)
Musik im Restaurant
Wichtige Musikvideos: Hercules And Love Affairs »You Belong«
20 besondere Songs
Bessere Zeiten klingt gut
These Beats Are Legal
Direct Cuts
Odyshape
Don’t Cry – Work.

TONTRÄGER

Platte der Ausgabe: The Streets
Gelungene Verpackung: Sebastien Tellier
Erste Worte: Adrian Sherwood über Lee »Scratch« Perrys neues Album
Musik zur Zeit: H.P. Baxxter /// Thomas Meinecke /// Walter Wacht

Alexander Tucker /// Arne Zank /// Beck /// Bohren & Der Club Of Gore /// Bonaparte /// Brian Wilson /// Conor Oberst /// CSS /// Dennis Wilson /// The Fall /// The Fiery Furnaces /// Finn. /// Fleet Foxes /// Free Kitten /// Friendly Fires /// GAS /// Hauschka /// Klee /// Lindstrom /// Mia. /// Mogwai /// Morgan Geist /// Nine Inch Nails /// Primal Scream /// Ron Sexsmith /// Rose Kemp /// Secondo /// Seu Jorge /// Sigur Rós /// Son Ambulance /// Sten /// Stereolab /// Studio /// X-102

LIVE:

John-Cage-Orgelprojekt, Halberstadt
Präsentationen

SONSTIGES

Editorial
/// Mitarbeiter der Ausgabe /// Leserbriefe /// Spex-Produkt

BEILAGE

Spex-CD #80 (Cover Pop-Up) (Zusammenstellung: Martin Hossbach /// Gestaltung / Idee: Mario Koell)

Abo-DVD #13 (Cover Pop-Up) (Gestaltung / Idee: Mario Koell)

Spex #316 – Die September/Oktober-Ausgabe ab dem 22.08.2008 am Kiosk.

Die nächste Ausgabe – Spex #317 – erscheint am 24.10.2008.