Auf konsequenter LSD-Diät / Stephen Steinbrinks „Utopia Teased“ im Vorabstream

Stephen Steinbrink

Auf den ersten Blick passt nichts zusammen: Das zweite Soloalbum des Folk-Musikers Stephen Steinbrink klingt hoffnungsvoll. Ist aber voll von Zynismus und Schonungslosigkeit. Geschuldet ist das der Tatsache, dass er Schlimmes zu verarbeiten suchte – während er völlig zugedröhnt war. Wie das klingt? Finden Sie es auf Utopia Teased selbst heraus – jetzt im exklusiven Vorabstream.

Der Mann, der aussieht wie Joaquin Phoenix in Spike Jonzes Sci-Fi-Romanze Her heißt Stephen Steinbrink. Und auch bei ihm geht es um Themen wie Herzschmerz und Verlustangst, allerdings weniger auf romantischer Ebene. Denn was den in Oakland lebenden Musiker beschäftigt, ist das verheerende „Ghost Ship Fire“, bei dem vor zwei Jahren in ebenjener kalifornischen Stadt viele gestorben und bis heute vermisst geblieben sind, als es während einer Techno-Party in einem von Künstler_innen genutzten Lagerhaus zu einem Großbrand kam. Steinbrinks Trauer um verstorbene Bekannte, aber auch ein massives Unsicherheitsgefühl in öffentlichen Räumen brachten ihn dazu, sich für Wochen im eigenen Schiffscontainer einzuschließen – mitsamt Syntheziser, Drumcomputer und LSD als einzigem Nahrungsmittel.

Was folgten, waren Tage ohne Schlaf. Ständig zugedröhnt und wohl gerade deshalb gnadenlos ehrlich im Texten wie im Komponieren ließ Steinbrink Songs entstehen, die  zwischen Zynismus und Optimismus oszillieren. Und die gerade wegen ihrer Vielschichtigkeit so besonders sind. Anders als noch beim Vorgänger Anagrams von 2016 klingen die zwölf Lieder auf Utopia Teased weniger nach ausgefeilten Produktionen, vielmehr klingen sie nach einem emotionalen Ventil. Einem, das auch klangliche Kanten und Heterogenitäten zulässt.

Stephen Steinbrinks Utopia Teased erscheint am 09. November bei Melodic. Bei SPEX können Sie das gesamte Album schon heute im Vorabstrem hören.

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