Nah am Menschen

Ästhetik des Fleisches

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   Ist es eine Erotik-Show im Museum? Eine Jahrestagung der Lieferserviceinnung, Sektion gemischte Platten? Oder doch der Gegenentwurf zu Jonathan Safran Foers Vegetarier-Kultbuch Eating Animals?

   Alles falsch! ÄSTHETIK DES FLEISCHES ist ein dreitägiges Symposium der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, das seinen thematischen Bogen »vom Kannibalismus zum Inkarnat« schlägt. Wobei schon diese Reihenfolge, in der die Farbe des Fleisches seinem Verzehr chronologisch nachgeordnet ist, darauf hindeutet, dass es beim Menschenessern eher weniger darum geht, die Häppchen auch fürs Auge appetitlich zubereitet zu bekommen …

   Der Startschuss fällt heute, am 24. November, im Cinema, mit Trouble Every Day und White Material, zwei Filmen von Claire Denis. Morgen wird es unter anderem in der Kunstakademie um »Film und Haut: Schnitt, Macht und Materie« gehen, Felix Ensslins bereits um 9.15 Uhr platzierte thematische Einführung dürfte sich ebenso lohnen, wie der Vortrag vom Schlingensief-Dramaturgen Carl Hegemann am Samstag um 15.45 Uhr: »Philosophie: Das Scheitern des Fleisches oder Denken nach der Phänomenologie«. Großes Kannibalenkino!

   Das gesamte Programm des Symposiums findet sich hier.

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