»Archaischer« Rechtsstreit: Mourn dürfen neues Album (vorerst) nicht veröffentlichen

Katalanische Teenager aus Barcelona spielen schrammeligen Garage-Punk, der den Plattenschrank der Eltern huldigt und früh gereift an PJ Harvey und Veronica Falls erinnert. Heute sollte ihr zweites Album veröffentlicht werden – eigentlich.

Der Plattenschrank der Eltern kann bedeutende Weichen stellen für das, was später kommt – ein Ausgangspunkt für die eigene musikalische Reifung. So geschehen bei dem katalanischen Punk-Quartett Mourn: Ein Papa, der gerne PJ Harvey und Patti Smith hört, dient als Wegbereiter. Die beiden Musikerinnen Jazz Rodríguez Bueno und Carla Pérez Vas finden früh Gefallen am rohen Gesangsstil dieser zwei Ikonen. Die Songs auf dem gleichnamigen Debütalbum sind schrammelig, kurz, klug und gut.

Das entging auch dem Indie-Label Captured Tracks (DIIV, Beach Fossils, Widowspeak) nicht, das kurzerhand die Band verpflichtete. Ein Rechtsstreit mit dem spanischen Label Sones verhindert nun die Veröffentlichung des zweiten Albums. Es geht um Geld – natürlich. Um Vorschüsse, Lizenzen und Gebühren, die beide Labels auszudiskutieren haben. In einem Facebook-Post hat die Band erklärt, dass Sones sämtliche Einkünfte der Band auf Eis gelegt hat. Damit sind Mourn sprichwörtlich die Hände gebunden, da sie nun keine Möglichkeit besitzen, die neue Platte bei Captured Tracks in Pressung zu geben – ein trauriges, archaisches Faktum musikindustrieller Geschäftsmethoden. Bleibt zu hoffen, dass sich der Rechtsstreit schnell legt. Denn im Kern geht es doch um die Musik, und die möchte gehört werden. Zum Statement der Band geht es hier:

HELLO WORLD. Today should be a very exciting day for MOURN, as we have a new LP ready to release that we are all very… Posted by MOURN on Dienstag, 15. Dezember 2015

Ein komplettes Feature über Mourn lest ihr in SPEX N° 359. Die Printausgabe kann versandkostenfrei im Onlineshop bestellt werden.

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