In diversen Containern

»Was gibt es für Marketingleute Besseres als eine Gruppe mit eindeutigem ›unique selling point‹?«, fragt Sebastian Hammelehle in seinem Artikel zu Arcade Fire in unserer aktuellen Ausgabe Spex #328. Klassische Musikvideos zählen nicht zum Marketingrepertoire der kanadischen Band. Ihr Clip zu »Neon Bible« war interaktiv, eine rein auf die Vermarktung über das Internet zugeschnittene Bewegtbildarbeit – und erzeugte eine dementsprechend große Aufmerksamkeit im Netz. Auch der neue experimentelle Kurzfilm »The Wilderness Downtown« von Regisseur Chris Milk zu Arcade Fires Stück »We Used to Wait« (aus »The Suburbs«) spricht diese digitale Sprache.

Zugeschnitten auf den Google-Browser »Chrome« entwickelten Milk sowie Google-Mitarbeiter ein Mashup aus »Google Maps«-Kartenmaterial, »Street View«-Einstellungen, 3D-Animation und klassischer Kameraführung. Für deutsche Benutzer ist »The Wilderness Downtown« nur teilweise erlebbar: Vor dem abspielen wird man um die Angabe einer Adresse gebeten, da »Street View« in Deutschland erstens überhaupt noch nicht gestartet und zweitens flächendeckend noch nicht verfügbar ist, kann man den Lauf durch die eigene Heimatstadt leider nicht durchspielen – mit einer beliebigen Anschrift einer US-amerikanischen Großstadt stellt dies schon wieder kein Problem dar.

Wir sehen in diversen Containern: Einen Läufer, einen Vogelschwarm vor Sepia-Himmel, Satelliten- und »Street View«-Aufnahmen der vorab angegebenen Adresse, 3D-animierte Bäume, eine Postkarte. Benutzer des Google-Browsers »Chrome« können »The Wilderness Downtown« hier ansehen, »Chrome« kann man für alle gängigen Betriebssysteme hier kostenlos herunterladen. Das heutige Konzert von Arcade Fire und Owen Pallett in Berlin ist restlos ausverkauft, zwei weitere Live-Shows folgen im November in München und Düsseldorf.

 


STREAM: Arcade Fire – We Used to Wait

Spex präsentiert Arcade Fire Live:
31.08. Berlin – Tempodrom (mit Owen Pallett, ausverkauft)
28.11. München – Zenith
29.11. Düsseldorf – Philipshalle

4 KOMMENTARE

  1. Großartig finde ich auch die Interaktion von Fenster zu Fenster. Die Vogeschwärme fliegen zum Beispiel ins nächste Browserfenster weiter. Insgesamt einfach gelungen!

  2. Gerade damit hatte ich etwas Probleme, was aber auch an dem kleinen Bildschirm liegen kann, auf dem ich arbeite – stelle mir vor, dass diese Form des Storytellings auf einem großen Monitor sehr viel besser funktioniert.

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