Frucht des Lebens aus elektrifizierter Konserve

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   Die Roboter, sie sind überall! Zumindest bei uns. Das besprochene Buch Robocalypse von Daniel H. Wilson aus dem aktuellen Heft ist am letzten Montag erschienen, am Freitag gab es die Africa Hitechs quietschbunte Robo-Suizide zu sehen, die »ultimative Form der Vermenschlichung«. Der nächste Themenbeitrag folgt auf der Stelle mit der Spex-Tape-TV-Videopremiere von Song of Los, dem neuen Bildwerk von APPARAT. Gedreht vom kalifornischen Regisseur SAMAN (zuvor u.a. für !!! und B. Fleischmann tätig), wechselt auch hier die Perspektive beständig zwischen Außen- und Innenansicht eines Roboters, wobei Letztere stets eine Rückblende ist. Eine Tragödie entfaltet sich.

   Wir befinden uns in der Gegenwart, sehen eine adrette Wissenschaftlerin, neben ihr die vernetzten Überreste ihres Kindes, einem zerstörten Roboter. Der Brustaufsatz erinnert an die nahezu perfekten Fembots von Björks All Is Full of Love. Es handelt sich also um ein Mädchen – was aber ist geschehen? Ein Blick in die Videoaufzeichnungen des Logfiles bringt Aufklärung. Gezeugt, sprich: zusammengebaut, von ihren »Eltern«, eben jener Wissenschaftlerin und ihrem reichlich enthusiastischen Mann, erlernt die Maschine wie ein menschliches Kleinkind mit Spielzeug die Motorik, entwickelt Kreativität und die emotionale Bindung einer Tochter, wird zum Streitobjekt und weiß den Auszug des Vaters nach einem ehelichen Streit nur mit dem eigenen Ausbruch von zu Hause zu überwinden. Draußen in der freien Welt stürzt sie sich in ein pubertäres Abenteuer mit fatalem, unglücklich verstricktem Ausgang und gleich zwei überraschenden Wendungen. Letztendlich trägt der Roboter und somit die elektrifizierte Konserve die Frucht des menschlichen Lebens in sich.

  Sascha Ring und seine Band, zu der Apparat mittlerweile angewachsen ist, traumwandeln dazu durch neu gewonnene Sphären und warme Untiefen. Am Freitag erscheint das nächste Apparat-Album The Devil's Walk bei Mute. Zahlreiche Konzerttermine in Deutschland, Österreich und der Schweiz folgen im Anschluss.

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VIDEO: Apparat Song of LosMehr Videos zu Apparat gibt es auf tape.tv!

APPARAT LIVE:
22.09. Hamburg – Reeperbahnfestival
31.10. Leipzig – Centraltheater
01.11. Zürich – Kaufleuten
02.11. Frankfurt a.M. – Mousonturm
08.11. Wien – Flex
09.11. München – Kammerspiele, Schauspielhaus
10.11. Stuttgart – Wagenhallen
11.11. Heidelberg – Karlstorbahnhof
12.11. Dresden – Beatpol
19.12. Berlin – HAU2

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