Apostle Of Hustle National Anthem Of Nowhere

Am Anfang von Apostle Of Hustle stehen fiebrige Euphorie und ein frommer Wunsch. Andrew Whiteman, der Kopf und geistige Vater des Projekts, dürfte den meisten als Leadgitarrist von Broken Social Scene bekannt sein. Jenem Kollektiv, das vor rund vier Jahren in etwa das war, als das heute Arcade Fire gelten: der kleinste gemeinsame Nenner in den Weiten von Indierock und die beste Band der Welt. Nach einem längeren Aufenthalt in Kuba war Whiteman angefixt vom Karibik-Flavour, brachte sich bei, die kubanische Schwester der Gitarre – die Tres – zu spielen und träumte von einer möglichen, bis dato noch nicht existierenden Musik, die er nun erschaffen wollte. Soweit die Fakten.
    Während sein Debüt hauptsächlich seinem Titel »Folkloric Feel« gerecht wurde, steuert »National Anthem Of Nowhere« aufgeregt durch die Archive der Musikgeschichte: »My Sword Hand´s Anger« empfängt uns mit einem warmen, für das Album gänzlich untypischen House-Beat, um danach langsam in einen putzigen Blues-Stomper überzugehen, der einmal mehr die großen Pavement in Erinnerung ruft. Um Whitemans Vorliebe für Lateinamerika zu unterstreichen wird auch häufiger mal auf Spanisch gesungen und allerlei Percussion-Schabernack betrieben; in einem Stück lassen Stereolab grüßen, andernorts werden schmalzig klingende Orgeln, fette Bläsersätze und Lebensfreude aufgefahren, das Grundgerüst bilden Folk und Indierock. Eine »neue Musik« zu erfinden gelingt hier freilich nicht, vielmehr haben Apostle Of Hustle eine feine, unaufdringliche Platte zusammengerührt, die durchaus sehr schöne und haufenweise, tja, solide, leider aber immer auch ein bisschen egale Stücke anzubieten hat. Der Albumtitel, auf eine fiktive Hymne für alle Heimatlosen, Entrechteten und Außenseiter Bezug nehmend, mutet dann doch arg gestelzt an. Das wäre nicht unbedingt nötig gewesen.

LABEL: City Slang

VERTRIEB: RTD

VÖ: 30.03.2007

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