Anna Calvi Strange Weather

Anna Calvi präsentiert mit ihrer EP Strange Weather fünf Coverversionen. Sie zwängt dabei Songs von Suicide und dem David Bowie der Aladdin­Sane-Ära ins bleiche Normcore-Kostüm, schafft es zumindest, Keren Anns titelgebendes Original (mit seinem faden Coldplay-Gedenk-Crescendo) dank David Byrne an den Vocals etwas aufzurauen und erlaubt sich immerhin eine gewitzte, gender-flipped Version von Connan Mockasins »I’m The Man That Will Find You«, auf der Byrne im Hintergrund croont. Wirklich gelingen wollen Calvis Covers nur, wenn die Widersprüche zwischen Original und Interpretation unerträglich werden. Wie zum Beispiel, wenn Gitarren, Streicher und ein abgehängtes Schlagzeug sich an einem Song versuchen, der den im letzten Jahr virulenten Future-R’n’B-Stempel aufgedrückt bekommen hat: »Papi Pacify«, von FKA twigs, die sich im Video zum Song als devote Diva inszeniert, so hinreißend distanziert gesungen, bekommt ein Rock-Balladen-Treatment verpasst. Pomp, Pathos, Präsenz. Die totale Umkehrung, der absolute Wahnsinn.

Wo Why Do The Heathen Rage?, das nahezu zeitgleich erscheinende queere Metal-Coveralbum sein Ausgangsmaterial durch Polarisierung problematisiert und politisiert, verdreht Strange Weather höchs tens die Pole. Unterschiedlicher können Hommagen kaum ausfallen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .