Andy Votel

Als Andy Votel im November 2000 sein Mini-Debüt mit »Styles Of The Unexpected« lieferte, gaben sich die Rezensenten neugierig wie kritisch. Musste sich einer, der bereits als Labelboss, Berufsgrafiker, DJ, Produzent und gefragter Remixer agierte, auch noch mit ureigener Musikproduktion profilieren? Motiv hin oder her – die EP war der genehme Appetizer, auf den das veritable Debüt nun folgt. »All Ten Fingers« ist divers und fokussiert zugleich. Das allein ist Anerkennung wert. Denn laut Votel geht es bei seiner eigenen Musik vor allen Dingen darum, die tausenderlei Einflüsse der Musik, der Filme, der visuellen Reize, die ihn tagtäglich umgeben, zu katalysieren. Da kommt bei einem, der Remixe für Ian Brown, Add N To X, Death In Vegas, Kings Of Convenience und wen-nicht-noch-alles macht, Designs für Adidas und Levi´s entwirft und mittlerweile auch Soundtracks produziert, so Einiges zusammen. »All Ten Fingers« bietet eine »guided tour« durch Votels persönliches Omniversum. Laute Töne, leise Töne, kein Album, das man beim ersten Hören ins Herz schließt, weil es so einfach und zugänglich ist. Es ist seltsam, verschroben, amüsant und anrührend. Cineastische Elektronika, die zwischen Pop und Heavy Listening changiert. Die Referenzen variieren wild: Russische Märchen, Rosemary´s Baby, Woody Allen, Northern Soul. Und ein halbes Wunder. Votel konnte einen seiner frühen Helden für sich gewinnen. Einen, der seit dreißig Jahren keinen Fuß ins Studio gesetzt hat. Malcom Mooney nämlich, Psychedelic-Held und eben Sänger von Votels Favoritenband Can. Der verbrachte auf Einladung den Sommer in Manchester und lieh dem Hit des Albums seine Stimme: »Salted Tangerines«. Yummy.

LABEL: XL Recordings / Beggars Group

VERTRIEB: Indigo

VÖ: 11.11.2002

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