Als der Mars mobil machte

ng das gewisse Etwas. Uns dämmerte allmählich – während wir uns mit der Zerstörung New Jerseys weiter abplagten –, dass wir die Zahl der Spinner in Amerika unterschätzt hatten." (Orson Welles). Ein Schelm, wem dazu einfällt, die Anzahl der Spinner in Deutschland jemals unterschätzt zu haben. Man muss sich nur Karl-Heinz Stockhausens dummen Kommentar zu "9/11" in Erinnerung rufen, der den Neid des Künstlers auf die Wirkung der Anschläge erwähnte – sowie die hysterischen Polit- und Medienreaktionen auf seine Aussagen während einer Pressekonferenz. Max Goldt empfahl dem Komponisten daraufhin in einer vorzüglichen Kolumne, demnächst zu singen, wenn ihm ein Journalist ein Mikro unter die Nase halte. Schließlich sei er Künstler.
Theweleit nahm sich des Zwischenfalls in seinem Post-11. September-Buch »Der Knall« an, in dem er auch den Unterschied zwischen der Wirkung eines Katastrophenfilms und eines terroristischen Massenmords zuspitzte, um der bequemen Auflösung der Grenzen zwischen Fakt und Fiktion zu entrinnen. Im Kino bleibt man sitzen, in der Realität läuft man weg, wenn die Türme des WTC einstürzen.

Die Hörspieladaption von H.G. Wells’ Roman "The War of the Worlds", die 1938 unter der Regie von Orson Welles entstanden ist, hatte bekanntlich eine ziemliche Wirkung entfaltet. Eine Frau soll sich ob der authentischen Ausstrahlung bzw. aus Angst vor den Ungeheuern vom Mars gar umgebracht haben. Soviel zu den oben von Welles erwähnten »Spinnern«. Dem Lehrstück über Aufruhr ließ Welles einen markigen Satz folgen, der – wäre es nötig – auch die Frage nach dem Sinn der Polizisten im Studio auflöste:

"Ich ging nicht ins Gefängnis – ich ging nach Hollywood" – in eines der vielen möglichen Paradiese, das Erwartungen mitunter schon zu Lebzeiten enttäuscht.

Am 29. Juni kommt von dort Spielbergs Neuverfilmung mit Tom Cruise in der Hauptrolle nach einer Drehbuchadaption von David Koepp ("Panic Room") in die hiesigen Kinos (die erste Verfilmung gab’s 1953), ab 27. Mai 2005 bereits kann man hierzulande das Hörspiel zum ersten Mal auf CD erstehen.

"H.G. Wells: The War of the Worlds", Hörspielbearbeitung: Howard Koch, Regie: Orson Welles, Sprecher: Orson Welles, Joseph Cotton u.v.a, ca. 58. Min., erscheint am 27. Mai 2005 via "der hörverlag".

"Zwanzig Minuten nach Sendebeginn hatten wir lauter verstörte Polizisten im Regieraum. Sie wussten nicht, wen sie – und warum – festnehmen sollten, aber sie gaben dem Rest der Sendung das gewisse Etwas. Uns dämmerte allmählich – während wir uns mit der Zerstörung New Jerseys weiter abplagten –, dass wir die Zahl der Spinner in Amerika unterschätzt hatten." (Orson Welles). Ein Schelm, wem dazu einfällt, die Anzahl der Spinner in Deutschland jemals unterschätzt zu haben. Man muss sich nur Karl-Heinz Stockhausens dummen Kommentar zu "9/11" in Erinnerung rufen, der den Neid des Künstlers auf die Wirkung der Anschläge erwähnte – sowie die hysterischen Polit- und Medienreaktionen auf seine Aussagen während einer Pressekonferenz. Max Goldt empfahl dem Komponisten daraufhin in einer vorzüglichen Kolumne, demnächst zu singen, wenn ihm ein Journalist ein Mikro unter die Nase halte. Schließlich sei er Künstler. nTheweleit nahm sich des Zwischenfalls in seinem Post-11. September-Buch »Der Knall« an, in dem er auch den Unterschied zwischen der Wirkung eines Katastrophenfilms und eines terroristischen Massenmords zuspitzte, um der bequemen Auflösung der Grenzen zwischen Fakt und Fiktion zu entrinnen. Im Kino bleibt man sitzen, in der Realität läuft man weg, wenn die Türme des WTC einstürzen.nnDie Hörspieladaption von H.G. Wells’ Roman "The War of the Worlds", die 1938 unter der Regie von Orson Welles entstanden ist, hatte bekanntlich eine ziemliche Wirkung entfaltet. Eine Frau soll sich ob der authentischen Ausstrahlung bzw. aus Angst vor den Ungeheuern vom Mars gar umgebracht haben. Soviel zu den oben von Welles erwähnten »Spinnern«. Dem Lehrstück über Aufruhr ließ Welles einen markigen Satz folgen, der – wäre es nötig – auch die Frage nach dem Sinn der Polizisten im Studio auflöste:nn"Ich ging nicht ins Gefängnis – ich ging nach Hollywood" – in eines der vielen möglichen Paradiese, das Erwartungen mitunter schon zu Lebzeiten enttäuscht.nnAm 29. Juni kommt von dort Spielbergs Neuverfilmung mit Tom Cruise in der Hauptrolle nach einer Drehbuchadaption von David Koepp ("Panic Room") in die hiesigen Kinos (die erste Verfilmung gab’s 1953), ab 27. Mai 2005 bereits kann man hierzulande das Hörspiel zum ersten Mal auf CD erstehen.nnn"H.G. Wells: The War of the Worlds", Hörspielbearbeitung: Howard Koch, Regie: Orson Welles, Sprecher: Orson Welles, Joseph Cotton u.v.a, ca. 58. Min., erscheint am 27. Mai 2005 via "der hörverlag".

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