Aaron Dessner. Foto: Graham MacIndoe

Und wer genau trifft die Entscheidungen darüber, wer mitmachen darf und wer nicht?
BD: Wir hören schon alles an, klar. Aber letztlich soll das über die Community laufen. Ich erinnere mich jedenfalls nicht daran, jemals nein gesagt zu haben. (lacht)

TM: Wenn jemand unsere Ziele versteht und teilt, ist die Tür offen.

Ich frage, weil der Ansatz vor dem Hintergrund der Bekanntheit der beteiligten Künstler schnell elitär wirken könnte.
BD: Oh nein, das soll es wirklich nicht und das ist es nicht. Sehen Sie es doch mal so: Wenn beispielsweise Justin einen neuen Song auf People stellt, werden hunderttausende Leute die Seite Besuchen. Das kann ein nicht zu unterschätzender Effekt für unbekanntere Künstler_innen bedeuten, die womöglich mitgewirkt haben.

„Wir wollen Kunst wieder in der Hände ihrer Macher_innen geben“ – Bryce Dessner

Sie können sich also vorstellen, auch neues Material von Ihrer Band The National kostenlos hochzuladen?
BD: Das würde mich freuen! Gibt es ja sogar schon. Naja, ohne Matt (Berninger, Anm. d. Red.) eben. (lacht)

Ihr Label hätte da nichts dagegen?
BD: Sagen wir es so, wir kommen da sicher nicht in Schwierigkeiten. Aaron und ich haben Lust darauf und die anderen sind auch nicht abgeneigt. Aber um es deutlich zu sagen: Das ist nicht der Punkt. Wir wollen People nicht als Pyramide mit uns bekannten Leuten an der Spitze aufbauen, sondern gemeinsam etwas Neues versuchen. Sozusagen die Kunst wieder in der Hände ihrer Macher_innen geben. Und damit hoffentlich etwas bewirken.

People Festival
18. – 19.08. Berlin – Funkhaus

Eine ausführliche Geschichte zu Bon Iver finden Sie in unserer Printausgabe SPEX No. 371, The National haben wir zuletzt in SPEX No. 376 porträtiert. Beide Ausgaben sind weiterhin versandkostenfrei im Shop erhältlich.