Al Haca

Al Haca sammeln ihre Lieben um sich, weil sie Etwas vorhaben. So ist wohl der Titel ihres Mini-Albums »Family Business« zu verstehen. Wobei der Begriff »Album« insofern in die Irre führt, als er auf Etwas verweist, das ich in den Händen halten kann. Produzent Cee und MC RQM beginnen mit dieser Sammlung von sieben MP3s jedoch ihre Unabhängigkeit vom klassischen Labelgeschäft. »Family Business« wird als MP3-Release vom Duo direkt an die Downloadshops vertrieben.

    Cee und RQM nehmen vom klassischen Album dann doch die Dramaturgie mit. Im eröffnenden Titelstück sammeln sie die Gefährtinnen und Gefährten Coppa, Sandra Kurzweil, Hubert Tubbs und L´Enfant um sich und zelebrieren ihr Gemeinschaftsding in einem Chant ritueller Anmutung. Nach diesem Frühstücksgebet geht es mit »Banana Split« in die Dancehall. Die Atomisierung des Bass und seiner umgebenden Soundlandschaften betreiben Cee – produziert hat der Greifswalder mit Hilfe von Rasda und dem Wiener Stereotyp – und RQM anschließend mit noch mehr Liebe als auf den Dance-Teilen am Anfang. »Earth« etwa beweist, dass der Erdball eine hohle Holzkugel ist, und »Dial Zero« spielt mit Drumsounds, die wie Mikadostäbchen ständig auseinanderfallen in ihrem Zusammenhalt. Dazu erzählt der New York/ Berliner RQM die Story von einem Typen, der im Rausch Gott anruft und – Gott hebt ab. Im Kern zum Duo geschrumpft, schreiben Al Haca lässig die Geschichte der Dub-Forschung rund um den Soul Seduction Club in Wien als Epizentrum weiter. An ihr waren Al Haca jüngst in der Kollaboration Stereotyp Meets Al Haca beteiligt, und auch Makossa & Megablast ließen im Frühjahr noch ihr galaxiengroßes Album »Kunuaka« von diesem gedachten Mittelpunkt der europäischen Zukunfts-Dub-Welt her anklingen.

    Letztendlich zeigt aber auch »Family Business«: Labels werden in Zukunft nicht überflüssig, selbst, wenn es eines baldigen Tages fast nur noch materielose Musik geben sollte. Ihre Rolle verändert sich bloß. Das ganze Managen der MP3-Verkäufe  erledigen Al Haca Soundsystem mit der Unterstützung von Metapolyp, dem Label des Berliner Elektro-DJs Shir Khan. (Von dem gibt’s übrigens bald eine neue Mix-Compilation.)

LABEL: Al Haca/ Metapolyp

VERTRIEB: Digitaler Vertrieb

VÖ: 07.07.2007

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