Review: Aereogramme Seclusion

Wer wirklich wissen will, wie Aereogramme-Gutfinden geht, sollte sich sofort auf eines ihrer großartigen Konzerte begeben. Dort wird man so richtig durchgeföhnt mit fantastischer Musik, läuft mit Karacho gegen Gitarrenwände und hat in den besten Momenten das Gefühl, Musik atmen zu können. Wem das im Moment nicht möglich ist, macht auch mit dem neuen Album der vier Glaswegiens nichts falsch. Nach einigen Kurz- und zwei Langspielern auf Chemikal Underground versuchen Aereogramme sich nun mal auf dem Label Undergroove. Auf Chemikal war schon durch die Unterschiedlichkeit der Musiken jeder einzelne Künstler etwas Besonderes, wünschen wir ihnen, dass sie auf diesem Label mit eher artverwandter Musik nicht untergehen. Es wäre nicht nur sehr schade um die fünf wundervollen neuen Titel und das eine Flaming Lips-Cover (»Lightning Strikes The Postman«), sondern vor allem um die bei Aereogramme dominierenden Gegensätze von Gut und Böse, Laut und Leise, Bombast und Minimalismus. Das wird also aus Theologiestudenten, die zu viele Horrorfilme gucken und Tool sehr gerne mögen. Craig B.s Engelszunge weiß sich nach wie vor in null Komma nichts in ihr Gegenteil zu verwandeln. Neben dem offensichtlichen Streben zur epischen Rockoper enthält das neue Album, als Hommage an Hideo Nakata (The Ring), einen von der Band selbst geschriebenen Horrorkurzfilm mit ordentlich Bluthusten. Guten Appetit.

LABEL: Undergroove

VERTRIEB: RTD

VÖ: 01.01.1970

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