Add N To (X) Loud Like Nature

Sind sie jetzt in der Genrekiste angekommen? Markige Sprüche fallen an Indiestammtischen, der Albumtitel machts ganz und gar plakativ und die Show muss sowieso weitergehen. Auch wenn man sich völlig auseinandergelebt hat. Die britischen Elektro-Exzentriker aaaaaaaaaaargh – immerhin so exzentrisch, dass sie sich gegenseitig nicht mehr ertragen können, nicht im Studio. Aber der eskalierende Disput, der die Musik des Vorgängers prägte, scheint verklungen. Wenn man sich heute aus unterschiedlichen Ecken der Welt die Daten zuwirft, so entsteht doch ein recht homogenes Krachen. So homogen wie noch nie, ob sie sich schon vermissen? Oder die verrückten Mitt-Neunziger?Fürs erste dröhnen schmissige Hits von zersplitternden Stimmen gesungen aus den Boxen. Das ist nun der Glamrock, mit dem sie immer kokettierten (+ einem Elektropunk-Ausflug). Alles in Butter, gut ranziger Butter, die seit Jahren die Mechanik des Roboters beweglich hält.Doch: Bad news from the Underworld auf halbem Wege. Ihre Zusammenarbeit mit Kim Fowley zwecks einer Neuinterpretation der »Invasion Of The Polaroid People« kommt nicht ganz an die ursprüngliche Version des Meisters heran. Und wo bleibt überhaupt das Neue?Man sollte anerkennen, dass die Drei sich nicht nochmal erfinden müssen, das Fundament steht zu sicher. Sie tauchen nun ab ins endlose Universum des Musikerdaseins. Die neu gefundene Dichte ist durchaus ein Genuss und in den Zwischenräumen lassen sich ruhige, experimentelle Stücke entdecken, die so gut funktionieren wie lange nicht mehr. Die Gestirne bewegen sich und Add N to (X) verfügen weiterhin über die praktikabelsten Kommunikationsmittel für die nächste Außerirdischen-Invasion. »Bringt mich zu eurem Führer!« – »Alles klar Schätzchen, nimm dies und … Rock it!«

LABEL: Mute Records

VERTRIEB: Virgin

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