Abmahnungen wegen Berichterstattung ueber Kopiertools

auf CDs und zuletzt auch DVDs gewidmet. Die Un-CD-Datenbank, eine frei zugängliche Datenbank, in der CDs mit Kopierschutz und den damit verbundenen Abspielschwierigkeiten auf diversen Geräten aufgelistet sind, sowie das Tool Un-CD-Copy, das auf die Datenbank aufbaut und eine legale, analoge Kopie digital geschützter Audio-CDs ermöglicht, sind wohl die prominentesten Beispiele dafür.

Dass der Verlag dafür bei der Musikindustrie nicht das beste Ansehen hat, scheint offensichtlich. Letzte Woche berichtete heise.de in einem Artikel über eine neue Version eines Tools der Firma SlySoft, welches neueste Kopierschutzmethoden bei DVDs umgehen kann. heise wies darauf hin, dass der Gebrauch – nicht jedoch der Besitz – solcher Software mitlerweile in vielen Ländern – darunter auch Deutschland – strafbar ist.
Das war für die deutschen Phonoverbände dann doch zuviel und sie ließen den Verlag abmahnen. Die Presseerklärung dazu lautet wie folgt:

»Zeitschriftenverlag wegen unzulässigen Beitrags abgemahnt

Das Urheberrechtsgesetz verbietet nicht nur die Herstellung und jede Form des Vertriebs von Software zum Knacken eines Kopierschutzes, sondern auch Umgehungsanleitungen und die Bewerbung von entsprechender Software. Dennoch beschreibt der Heise-Verlag in einem online veröffentlichten Beitrag ausführlich, wie man sogar neue Kopierschutzsysteme "knacken" kann. Die dazu notwendige illegale Software wird von heise durch einen direkten Link auf die Herstellerseite gleich "mitgeliefert". Heise ermöglicht dem vor dem deutschen Gesetzgeber in die Karibik geflüchteten Hersteller aber nicht nur die hier verbotene Verbreitung seiner illegalen Software, sondern lässt ihn in dem "Bericht" auch noch ausgiebig für sein illegales Produkt werben ("Wir knacken den Kopierschutz").

Eine solche "Berichterstattung" ist für die in ihren Rechten verletzten Musikunternehmen nicht hinnehmbar. Nachdem der – sonst durchaus für seine Seriosität bekannte – Verlag nicht freiwillig einlenkte, wurde er durch die beauftragte Münchener Kanzlei Waldorf Rechtsanwälte heute formell abgemahnt. Sollte sich der Verlag nicht einsichtig zeigen, wird ein Gerichtsverfahren folgen.

Auch die Pressefreiheit ist kein Freibrief: Anleitungen und Hilfestellungen für illegale Handlungen sind unzulässig und haben erst recht nichts mit seriöser Berichterstattung zu tun", erklärt Dr. Thorsten Braun, Syndikus der deutschen Phonoverbände. "Wer den Willen des Gesetzgebers und die Bemühungen von Kreativen und Produzenten, ihre Leistungen gegen unkontrolliertes Kopieren zu schützen, durch solche ‚Berichte‘ untergräbt, muss mit einer Abmahnung rechnen."«

Man kann sich nun fragen, woran sich der Verband mehr stößt: An dem Link zur Website des Software-Herstellers, die auch durch einfaches Nutzen einer beliebigen Suchmaschine zu finden ist. Oder an den Zitaten des Chefs jener Firma, der unter anderem sagte: »Vielleicht sieht die Filmindustrie ja dadurch ein, wie sinnlos so ein Kopierschutz eigentlich ist. Er ist kostspielig und führt oft zu Kompatibilitätsproblemen beim Kunden.«
Zumindest beim letzten Satz können wir nur nicken.

Der Chefredakteur von heise online erklärte dementsprechend: »Der Artikel enthält weder eine Anleitung noch Werbung, es wird im Gegenteil ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Nutzung dieser Software in Deutschland verboten ist. Einen Link auf die Webpräsenz des Herstellers zu setzen, ist in der Online-Berichterstattung eine Selbstverständlichkeit und angesichts der Tatsache, dass unsere Leserinnen und Leser Internetsuchmaschinen kennen und bedienen können, ohnehin belanglos. Es muss doch gerade auch im Interesse der Rechteinhaber von Software, Filmen und Musik liegen, rechtzeitig über die Untauglichkeit von Kopierschutztechniken informiert zu werden. Nach der verqueren Logik der vorgetragenen Beschuldigung müsste sich die Presse künftig Beihilfe zu schwerem Diebstahl vorwerfen lassen, wenn sie Hausbesitzer wahrheitsgemäß davor warnt, auf bestimmte Sicherheitsschlösser zu vertrauen, die unzutreffend als unüberwindbar angepriesen werden.«

UPDATE: Nachdem nun auch noch Spiegel Online über das Thema berichtet, dürfte die ganze Sache nun wohl zu einem Eigentor für die Phonoverbände werden. Denn auch wenn der Phonoverband wirklich klagen und damit Erfolg haben sollte, ist durch die Berichterstattung der Name der Software bekannter geworden. Ein Effekt, der so ganz sicher nicht geplant war.

Der Heise-Verlag, unter dessen Dach Magazine wie Telepolis oder die c’t veröffentlicht werden, hat sich in den letzten Jahren verstärkt dem (legalen) Kampf gegen Kopierschutzmechanismen auf CDs und zuletzt auch DVDs gewidmet. Die Un-CD-Datenbank, eine frei zugängliche Datenbank, in der CDs mit Kopierschutz und den damit verbundenen Abspielschwierigkeiten auf diversen Geräten aufgelistet sind, sowie das Tool Un-CD-Copy, das auf die Datenbank aufbaut und eine legale, analoge Kopie digital geschützter Audio-CDs ermöglicht, sind wohl die prominentesten Beispiele dafür.nnDass der Verlag dafür bei der Musikindustrie nicht das beste Ansehen hat, scheint offensichtlich. Letzte Woche berichtete heise.de in einem Artikel über eine neue Version eines Tools der Firma SlySoft, welches neueste Kopierschutzmethoden bei DVDs umgehen kann. heise wies darauf hin, dass der Gebrauch – nicht jedoch der Besitz – solcher Software mitlerweile in vielen Ländern – darunter auch Deutschland – strafbar ist.nDas war für die deutschen Phonoverbände dann doch zuviel und sie ließen den Verlag abmahnen. Die Presseerklärung dazu lautet wie folgt:nn»Zeitschriftenverlag wegen unzulässigen Beitrags abgemahntnnDas Urheberrechtsgesetz verbietet nicht nur die Herstellung und jede Form des Vertriebs von Software zum Knacken eines Kopierschutzes, sondern auch Umgehungsanleitungen und die Bewerbung von entsprechender Software. Dennoch beschreibt der Heise-Verlag in einem online veröffentlichten Beitrag ausführlich, wie man sogar neue Kopierschutzsysteme "knacken" kann. Die dazu notwendige illegale Software wird von heise durch einen direkten Link auf die Herstellerseite gleich "mitgeliefert". Heise ermöglicht dem vor dem deutschen Gesetzgeber in die Karibik geflüchteten Hersteller aber nicht nur die hier verbotene Verbreitung seiner illegalen Software, sondern lässt ihn in dem "Bericht" auch noch ausgiebig für sein illegales Produkt werben ("Wir knacken den Kopierschutz").nnEine solche "Berichterstattung" ist für die in ihren Rechten verletzten Musikunternehmen nicht hinnehmbar. Nachdem der – sonst durchaus für seine Seriosität bekannte – Verlag nicht freiwillig einlenkte, wurde er durch die beauftragte Münchener Kanzlei Waldorf Rechtsanwälte heute formell abgemahnt. Sollte sich der Verlag nicht einsichtig zeigen, wird ein Gerichtsverfahren folgen.nnAuch die Pressefreiheit ist kein Freibrief: Anleitungen und Hilfestellungen für illegale Handlungen sind unzulässig und haben erst recht nichts mit seriöser Berichterstattung zu tun", erklärt Dr. Thorsten Braun, Syndikus der deutschen Phonoverbände. "Wer den Willen des Gesetzgebers und die Bemühungen von Kreativen und Produzenten, ihre Leistungen gegen unkontrolliertes Kopieren zu schützen, durch solche ‚Berichte‘ untergräbt, muss mit einer Abmahnung rechnen."«nnMan kann sich nun fragen, woran sich der Verband mehr stößt: An dem Link zur Website des Software-Herstellers, die auch durch einfaches Nutzen einer beliebigen Suchmaschine zu finden ist. Oder an den Zitaten des Chefs jener Firma, der unter anderem sagte: »Vielleicht sieht die Filmindustrie ja dadurch ein, wie sinnlos so ein Kopierschutz eigentlich ist. Er ist kostspielig und führt oft zu Kompatibilitätsproblemen beim Kunden.«nZumindest beim letzten Satz können wir nur nicken.nnDer Chefredakteur von heise online erklärte dementsprechend: »Der Artikel enthält weder eine Anleitung noch Werbung, es wird im Gegenteil ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Nutzung dieser Software in Deutschland verboten ist. Einen Link auf die Webpräsenz des Herstellers zu setzen, ist in der Online-Berichterstattung eine Selbstverständlichkeit und angesichts der Tatsache, dass unsere Leserinnen und Leser Internetsuchmaschinen kennen und bedienen können, ohnehin belanglos. Es muss doch gerade auch im Interesse der Rechteinhaber von Software, Filmen und Musik liegen, rechtzeitig über die Untauglichkeit von Kopierschutztechniken informiert zu werden. Nach der verqueren Logik der vorgetragenen Beschuldigung müsste sich die Presse künftig Beihilfe zu schwerem Diebstahl vorwerfen lassen, wenn sie Hausbesitzer wahrheitsgemäß davor warnt, auf bestimmte Sicherheitsschlösser zu vertrauen, die unzutreffend als unüberwindbar angepriesen werden.«nnUPDATE: Nachdem nun auch noch Spiegel Online über das Thema berichtet, dürfte die ganze Sache nun wohl zu einem Eigentor für die Phonoverbände werden. Denn auch wenn der Phonoverband wirklich klagen und damit Erfolg haben sollte, ist durch die Berichterstattung der Name der Software bekannter geworden. Ein Effekt, der so ganz sicher nicht geplant war.

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