Ab heute im Kino, 30. November 2011

hwand genau deshalb die auf dem Roman von Maurice Gee basierende Geschichte des verlorenen Sohnes Paul, der nach 17 Jahren Abwesenheit zurück in sein neuseeländisches Dorf kehrt, um dort bei der Beerdigung des eigenen Vaters auf die Überreste seiner zerrütteten Familie und seine ehemalige Jugendliebe Jackie zu treffen. Zurück in der alten Heimat sieht sich der mittlerweile ausgebrannte und emotional verstörte Paul mit seiner längst verarbeitet geglaubten Vergangenheit konfrontiert, die ihn nur allzu schmerzlich einholt.
Bei dem Versuch, die Erinnerungen zu verarbeiten, trifft Paul auf die 16-jährige Celia, Tochter seiner Jugendliebe Jackie. Auf Grund eines Fotos und einer geänderten Geburtsurkunde gelangt Paul zu der Annahme, es könne sich bei Celia um seine eigene, ihm verschwiegene Tochter handeln. So freundet er sich mit dem jungen Mädchen an, das, fasziniert von Pauls Erfahrungen als Fotograf, Journalist und Kriegsberichterstatter, eher Schwärmereien für den Heimgekehrten hegt und hartnäckig dessen Nähe sucht.
Zwischen den beiden entsteht, betrachtet unter dem Argwohn Jackies, Pauls Bruder und dessen Familie, eine intensive Freundschaft; bis zu jenem Tag, an dem Celia plötzlich verschwindet und sich eine Familientragödie enthüllt, die zeigt, in welcher Verbindung die einzelnen Charaktere wirklich zueinander stehen…

Brad McGanns Film erschließt sich einem leise. Umrahmt durch ein Gedicht, das von Celia als einer der zentralen Charaktere verfasst eine Metapher ihrer selbst darstellt und die Geschehnisse des Films poetisch in seine Worte einbettet, erfasst McGanns Umsetzung des Romanstoffes den Zuschauer jedoch sofort. Dabei ist der Film vieles zugleich: Familiendrama, Tragödie, Thriller und Melodram; gekonnt hält McGann die einzelnen Fäden des großen Ganzen zusammen und spinnt – durch eindrucksvolle Bilder, stille Dialoge und vor allem durch die überzeugenden Leistungen der Hauptdarsteller Matthew McFayden und Emily Barclay sowie die Kameraführung Stuart Dryburghs („Das Piano“) – ein mysteriöses Netz, dem es gelingt, den Zuschauer durch eine sich kontinuierliche und fast unbemerkt aufbauende Spannung in seinen Bann zu ziehen und mehr noch: tief zu berühren.
Durch immer wieder auftauchende Zeitsprünge und eine fein detailliert skizzierte Handlung deutet McGann die Verwobenheit von Vergangenheit und Gegenwart an, womit er auf subtile Weise den Kern jener zerrütteten und verletzten Familie reflektiert, deren größte Tragödie zwar im Hier und Jetzt stattfindet, sich aber dennoch unausweichlich aus der Vergangenheit speist. Der Film lebt dabei vor allem von den achtsam gezeichneten Charakteren: dem verschlossenen und mit seinen Kriegserfahrungen kämpfenden Paul, der intelligenten, hoch begabten Celia, dem immer noch zutiefst enttäuschten und verbitterten Bruder Andrew oder dessen in der Ehe vereinsamtem und in sich gekehrten Frau Penny. Dabei legt sich der Regisseur nicht fest, urteilt nie, sondern stellt lediglich dar und bleibt stiller Erzähler der sich abspielenden Geschichte.
Im Grunde präsentiert er damit das Leben selbst und zeigt vor allem eines auf: Menschlichkeit.
Dem Zuschauer bleibt die schmerzvolle Erkenntnis überlassen, dass es nicht immer darum geht, den einen Schuldigen zu finden, sondern dass unabsichtlich vollführte Fehler, unausgesprochene Worte und sich daraus ergebende Missverständnisse sowie menschliche Schwächen es sind, die zu den größten Tragödien führen. Und dass die Zeit nicht immer alle Wunden heilt.

Für Regisseur Brad McGann ist im Leben vor allem eines wichtig: Die Familie. nVielleicht erzählt sein Film Als das Meer verschwand genau deshalb die auf dem Roman von Maurice Gee basierende Geschichte des verlorenen Sohnes Paul, der nach 17 Jahren Abwesenheit zurück in sein neuseeländisches Dorf kehrt, um dort bei der Beerdigung des eigenen Vaters auf die Überreste seiner zerrütteten Familie und seine ehemalige Jugendliebe Jackie zu treffen. Zurück in der alten Heimat sieht sich der mittlerweile ausgebrannte und emotional verstörte Paul mit seiner längst verarbeitet geglaubten Vergangenheit konfrontiert, die ihn nur allzu schmerzlich einholt.nBei dem Versuch, die Erinnerungen zu verarbeiten, trifft Paul auf die 16-jährige Celia, Tochter seiner Jugendliebe Jackie. Auf Grund eines Fotos und einer geänderten Geburtsurkunde gelangt Paul zu der Annahme, es könne sich bei Celia um seine eigene, ihm verschwiegene Tochter handeln. So freundet er sich mit dem jungen Mädchen an, das, fasziniert von Pauls Erfahrungen als Fotograf, Journalist und Kriegsberichterstatter, eher Schwärmereien für den Heimgekehrten hegt und hartnäckig dessen Nähe sucht.nZwischen den beiden entsteht, betrachtet unter dem Argwohn Jackies, Pauls Bruder und dessen Familie, eine intensive Freundschaft; bis zu jenem Tag, an dem Celia plötzlich verschwindet und sich eine Familientragödie enthüllt, die zeigt, in welcher Verbindung die einzelnen Charaktere wirklich zueinander stehen…nnBrad McGanns Film erschließt sich einem leise. Umrahmt durch ein Gedicht, das von Celia als einer der zentralen Charaktere verfasst eine Metapher ihrer selbst darstellt und die Geschehnisse des Films poetisch in seine Worte einbettet, erfasst McGanns Umsetzung des Romanstoffes den Zuschauer jedoch sofort. Dabei ist der Film vieles zugleich: Familiendrama, Tragödie, Thriller und Melodram; gekonnt hält McGann die einzelnen Fäden des großen Ganzen zusammen und spinnt – durch eindrucksvolle Bilder, stille Dialoge und vor allem durch die überzeugenden Leistungen der Hauptdarsteller Matthew McFayden und Emily Barclay sowie die Kameraführung Stuart Dryburghs („Das Piano“) – ein mysteriöses Netz, dem es gelingt, den Zuschauer durch eine sich kontinuierliche und fast unbemerkt aufbauende Spannung in seinen Bann zu ziehen und mehr noch: tief zu berühren.nDurch immer wieder auftauchende Zeitsprünge und eine fein detailliert skizzierte Handlung deutet McGann die Verwobenheit von Vergangenheit und Gegenwart an, womit er auf subtile Weise den Kern jener zerrütteten und verletzten Familie reflektiert, deren größte Tragödie zwar im Hier und Jetzt stattfindet, sich aber dennoch unausweichlich aus der Vergangenheit speist. Der Film lebt dabei vor allem von den achtsam gezeichneten Charakteren: dem verschlossenen und mit seinen Kriegserfahrungen kämpfenden Paul, der intelligenten, hoch begabten Celia, dem immer noch zutiefst enttäuschten und verbitterten Bruder Andrew oder dessen in der Ehe vereinsamtem und in sich gekehrten Frau Penny. Dabei legt sich der Regisseur nicht fest, urteilt nie, sondern stellt lediglich dar und bleibt stiller Erzähler der sich abspielenden Geschichte.nIm Grunde präsentiert er damit das Leben selbst und zeigt vor allem eines auf: Menschlichkeit. nDem Zuschauer bleibt die schmerzvolle Erkenntnis überlassen, dass es nicht immer darum geht, den einen Schuldigen zu finden, sondern dass unabsichtlich vollführte Fehler, unausgesprochene Worte und sich daraus ergebende Missverständnisse sowie menschliche Schwächen es sind, die zu den größten Tragödien führen. Und dass die Zeit nicht immer alle Wunden heilt.n

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