45 Jahre „For Your Pleasure“ – ein Abend mit Bryan Ferry in der Rückblende

Fotos: Caroline Minjolle

„There’s a new sensation, a fabulous creation“: 1973 erschien For Your Pleasure, das zweite, wegweisende Album von Roxy Music – und das letzte an dem Brian Eno mitwirkte. Im Baseler Kunstmuseum Fondation Beyeler spielte Bryan Ferry ein kurzes Konzert und sprach anschließend über die Anfänge der Band. SPEX war dabei.

„An intimite evening with…“ nennt sich eine einmal im Jahr stattfindende Musikreihe der Fondation Beyeler. John Cale und Patti Smith kamen bereits und diesen März gastierte der ehemalige Kunststudent Bryan Ferry in dem Schweizer Museum. Wobei intim hier wörtlich zu verstehen ist: kaum 200 Besucher (darunter auch der große Roxy-Music-Fan Miss Kittin), platziert auf Stühlen von Arne Jacobsen, fasste der Raum im Untergeschoss der Fondation – an den Wänden hingen 20 Baselitz-Gemälde, Teil einer aktuellen Ausstellung.

Der Abend fand im Vorfeld zu Ferrys diesjähriger Europatour statt, die ihn im Juni und Juli auch nach Bremen, Main und Regensburg führt. Begleitet von sieben Musikern und Musikerinnen auf akustischen Instrumenten wie Banjo, Basssaxofon und Geige sang Bryan Ferry, auf einem Barhocker sitzend, eigene Stücke aus Roxy Musics Frühwerk und interpretierte Stücke anderer Songwriter, die ihn teils schon ebenso lange begleiten.

„Do The Strand“, der Hit aus dem zweiten Roxy-Music-Album For Your Pleasure war dabei oder auch „Chance Meeting“ aus dem Debütalbum von 1972, das gerade in einem aufwendigen Box-Set wiederveröffentlicht wurde (eigentlich zum 45-jährigen Jubiläum, aber die Herstellung zog sich in die Länge…). Zurückhaltend und unaufgeregt spielt die Band im Sound von Ferrys Album As Time Goes By, auf dem er seiner Liebe zu Songs der Dreißigerjahre Tribut zollt.

Aus diesem Album spielt er denn auch gleich zwei Titel: Rodgers & Harts „Where Or When“ und Friedrich Hollaenders „Falling In Love“, das in seiner ursprünglichen Version „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe“ eingestellt hieß und für den UFA-Film Der Blaue Engel komponiert wurde. Auch der 74er-Roxy Music-Song „Bitter Sweet“ verweist auf diese Zeit, erst Recht in der Version, die Ferry hier singt und passenderweise jüngst für Tom Tykwers TV-Serie Berlin Babylon neu eingespielt wurde. Als letztes Stück gibt es dann den jüngsten Song des Abends „This Island Earth“, auch immerhin schon 40 Jahre alt, und entstanden nachdem das Model Jerry Hall Ferry für Mick Jagger verlassen hatte.

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