Die fünfte Ausgabe des 3hd Festivals richtet sich interdisziplinär aus. Zu den musikalischen Highlights gehören Auftritte von Debby Friday, Catnapp und Laurel Halo.

Wann fing es eigentlich an, dass uns alles zu entgleiten schien? Schon im Jahr 2000 schrieb der polnische Soziologe Zygmunt Bauman von einer „liquid modernity“ und mit der fortschreitenden Digitalisierung geriet zwischenzeitlich alles nur immer mehr in einen nie versiegenden Stream. Mit seiner fünften Ausgabe trägt das 3hd Festival zwischen dem 22. und 27. Oktober dieser rapiden Entwicklung Rechnung. Im Berliner Hebbel am Ufer sowie dem Postscheckamt und der Trauma Bar und Kino werden die Möglichkeiten der (nicht mehr ganz so) neuen Verflüssigung der Welt unter dem Titel „Fluid Wor(l)ds“ auf den Prüfstand gestellt und ihre Potenziale interdisziplinär herausgearbeitet.

Debby Friday by Press 2019
Debby Friday: Industrial, Noise, Rap – warum nicht alles auf einmal? (Foto: Debby Friday / Deathbomb Arc).

Das vom Kollektiv Creamcake lancierte Festival stellt mit Lesungen beziehungsweise Literatur-Performances, einer Ausstellung, einem Filmteil, einer Online-Anthologie sowie Konzerten und DJ-Sets ein breites Programm auf, das auf die unterschiedlichsten Arten die Nachwirkungen des Internets auf das soziale Gefüge unter die Lupe nimmt. Dazu lädt die offen konzipierte und dezidiert queer ausgerichtete Plattform unter anderem zur Gruppenausstellung „(Un-)Real E-state“, in der die Teilnehmenden alternative Identitätskonzepte erforschen oder lässt den Lyriker und DJ James Messiah im HAU in 101 Gedichten über Stoizismus ebenso wie Hedonismus referieren.

Im musikalischen Programm sticht vor allem der Auftritt Debby Fridays hervor, die beim 3hd Festival ihren ersten Europaauftritt überhaupt bestreitet. Industrial-Rhythmen treffen auf Noise, Rave-Anleihen und ein Verständnis von Rap, das sich zwischen Jpegmafia und Clipping bestens in den Backkatalog ihres Labels Deathbomb Arc einfügt. Und dann sind da natürlich noch Catnapps abstrakter R’n’B-Entwurf, die mäandernden Soundcollagen von bod 包家巷, der grelle Hyper-Rave-Sound des Svbkvlt-Mitglieds Hyph11E sowie DJ-Sets von unter anderem Laurel Halo. Ein einziger Fluss an Klängen und Wörtern, die wir keinesfalls an uns vorbeifließen lassen werden.

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SPEX präsentiert 3hd 2019: Fluid Wor(l)ds
22. – 27.10. Berlin – HAU Hebbel am Ufer, Postscheckamt und Trauma Bar und Kino